Themenschwerpunkt

Medikamente

Zwischen 1995 und 2021 ist der Anteil der deutschen Bevölkerung zwischen 18 und 59 Jahren, der innerhalb eines Jahres mindestens einmal Schmerzmittel konsumiert hat, angestiegen (signifikanter Zuwachs der 12-Monats-Prävalenz). Quelle

Im Jahr 2024 gaben 40,6 % (20,9 Mio.) der 18- bis 64-Jährigen an, in den letzten 30 Tagen Medikamente (nichtopioidhaltige Analgetika, Opioid-Analgetika, Hypnotika, Sedativa, Analeptika, Anorektika, Antidepressiva, Neuroleptika, medizinischer Cannabis) eingenommen zu haben, wobei der Anteil bei Frauen (35,0 %) signifikant niedriger lag als bei Männern (46,4 %). Dabei sind nichtopioidhaltige Schmerzmittel die mit Abstand am häufigsten konsumierte Medikamente: von 31,5 % (16,2 Mio.) der 18- bis 64-Jährigen in Deutschland wurden nichtopioidhaltige Schmerzmittel, von 3,8 % (2,0 Mio.) wurden opioidhaltige Schmerzmittel genutzt. Quelle

Ungeachtet ihres gesundheitlichen Nutzens bergen viele Medikamente das Risiko von Missbrauch oder Abhängigkeit. Bei Analgetika erfüllten 5,6 % (2,9 Mio.) die Kriterien für Missbrauch und 2,8 % (1,4 Mio.) die Kriterien für Abhängigkeit nach DSM-IV. Bei Hypnotika oder Sedativa erfüllten 1,1 % (0,6 Mio.) die Kriterien für Missbrauch und 1,5 % (0,8 Mio.) die Kriterien für Abhängigkeit nach DSM-IV. Quelle

Zahlen & Fakten

Stand: Januar 2026

40,6%
der 18 bis 64-Jährigen in Deutschland haben in den letzten 30 Tagen Medikamente eingenommen (Erhebungsjahr 2024)
31,5 %
der 18- bis 64-Jährigen in Deutschland haben in den letzten 30 Tagen nichtopioidhaltige Schmerzmittel gebraucht (Erhebungsjahr 2024)
3,8 %
der 18- bis 64-Jährigen in Deutschland haben in den letzten 30 Tagen mindestens einmal opioidhaltige Schmerzmittel konsumiert (Erhebungsjahr 2024)
5,6 %
der 18- bis 64-Jährigen in Deutschland erfüllten nach DSM-IV die Kriterien für Analgetikamissbrauch (Erhebungsjahr: 2024)
2,8 %
der 18- bis 64-Jährigen in Deutschland erfüllten nach DSM-IV die Kriterien für eine Abhängigkeit von Analgetika (Erhebungsjahr: 2024)
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Aktuelle Zahlen

Konsum psychoaktiver Substanzen in Deutschland

Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey 2024

Aktuelle Publikationen

14.11.2025

Konsum psychoaktiver Substanzen in Deutschland – Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) 2024

Datenbasis ist der Epidemiologische Suchtsurvey (ESA) 2024 (n =7 534, 18–64 Jahre). Es wurden Prävalenzwerte für den Konsum von Tabak, Alkohol, Cannabis, illegalen Drogen und Medikamenten sowie Daten zur Abhängigkeit und zum Missbrauch nach DSM-IV-Kriterien erfasst mit Hochrechnung auf die deutsche Wohnbevölkerung im Alter von 18–64 Jahren (N =51 480 168 Personen).
05.12.2023

Suchthilfe in Deutschland 2022. Jahresbericht der Deutschen Suchthilfestatistik (DSHS)

In diesem Bericht werden jährlich die wichtigsten aktuellen Ergebnisse der Deutschen Suchthilfestatistik zusammengefasst. Die Suchthilfe in Deutschland zählt europaweit zu den umfassendsten Versorgungssystemen im Suchtbereich und weist eine hohe Qualifizierung und Differenzierung auf. Die Daten werden jährlich bundesweit von ambulanten und stationären Einrichtungen der Suchthilfe erhoben. Die vorliegende Statistik basiert auf den Daten des Jahres 2022 (Datenjahr). Diese Daten wurden standardisiert mit dem Deutschen Kerndatensatz zur Dokumentation im Bereich der Suchtkrankenhilfe (KDS Deutscher Kerndatensatz) erhoben, dessen aktuelle Fassung (KDS 3.0) seit 2017 Verwendung findet. 2022 wurden in 887 ambulanten und 162 stationären Einrichtungen, die sich an der DSHS beteiligt haben,
15.12.2022

(Wie) hat sich das Suchtverhalten in den letzten Jahren verändert?

Autoren: T. Pfeiffer-Gerschel, L. Kraus, C. Rauschert, N.-N. Seitz
Journal: Sucht Aktuell
51,4 % der 18 bis 64-Jährigen in Deutschland haben in den letzten 30 Tagen psychoaktive Medikamente eingenommen
47,4 % der 18 bis 64-Jährigen in Deutschland haben in den letzten 30 Tagen Nichtopioid-Analgetika gebraucht
2,1 % der 18 bis 64-Jährigen in Deutschland haben in den letzten 30 Tagen Opioid-Analgetika eingenommen
5,7 % der 18 bis 64-Jährigen in Deutschland haben einen problematischen Medikamentenkonsum