Kinder in glücksspielbelasteten Familien – Eine Schätzung der Anzahl betroffener Kinder

Zusammenfassung:

In Deutschland erfüllen 2,4 % der Erwachsenen (Buth et al., 2024) Kriterien einer Glücksspielstörung (GD), was nicht nur sie selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld belastet – besonders betroffen sind Kinder. Diese leiden häufig unter psychischen Problemen, insbesondere unter emotionalen Beeinträchtigungen wie Stress, Angstzuständen oder Schuldgefühlen (Castrén et al., 2021; Suomi et al., 2024) und tragen ein erhöhtes Risiko, selbst später Glücksspielprobleme zu entwickeln (Buth et al., 2024). Dennoch fehlen in Deutschland Daten dazu, wie viele Kinder Eltern(teile) mit Glücksspielproblemen haben. Zudem wird bislang kaum berücksichtigt, dass auch Kinder, die nicht mit dem betroffenen Elternteil zusammenleben, belastet sein könnten, da Glücksspielprobleme häufig mit Trennungen und Scheidungen einhergehen.

 

Projektziel:

Ziel des Projekts im Jahr 2024 war es, mithilfe des Glücksspiel-Survey 2023 erstmals abzuschätzen, wie viele minderjährige Kinder in Deutschland mindestens ein Elternteil mit Glücksspielstörung haben – sowohl in gemeinsamen als auch getrennten Haushalten. Dabei wurden auch Schweregrade der Störung und Lebenssituationen der Kinder berücksichtigt.

 

Publikationen:

Ergebnisbericht zum Einzelprojekt: Kinder in glücksspielbelasteten Familien – ​​​​​​​
Eine Schätzung der Anzahl betroffener Kinder (2025):  2025-07-18_Ergebnisbericht_Kinder_von_Eltern_mit_GD.pdf (kostenfreie pdf-Datei)

 

Stefan, N., Schwarzkopf, L., Buth, S., Meyer, G., & Bickl, A. M. (2025). How many children have parents with gambling disorder – a Germany-based estimate. BMC Public Health, 25(1), 2166. https://doi.org/10.1186/s12889-025-23520-7 [Open Access, in englischer Sprache].

 

Literatur:

Buth, S.; Meyer, G.; Rosenkranz, M.; Kalke, J. (2024): Glücksspielteilnahme und glücksspielbezogene Probleme in der Bevölkerung – Ergebnisse des Glücksspiel-Survey 2023. Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD), Hamburg. https://www.isd-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/03/Gluecksspielsurvey_2023.pdf

 

Castrén, S., Lind, K., Hagfors, H. & Salonen, A. H. (2021). Gambling-related harms for affected others: a Finnish population-based survey. Int J Environ Res Public Health, 18(18). https://doi.org/10.3390/ijerph18189564

 

Suomi, A., Lucas, N., Dowling, N. & Delfabbro, P. (2024). Gambling harm experienced by children exposed to parental gambling: an online survey of Australians. J Gambl Stud, 40, 181–200. https://doi.org/10.1007/s10899-023-10211-4

 

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